EM-Notizen, T -13: EM der Frauen – Vorschau Gruppe B

Veröffentlicht von Justin Kraft am

Am 6. Juli beginnt die EM der Frauen. Im Vorfeld analysiere ich jedes der 16 Teams, die in England um den Titel spielen werden. In diesem Text geht es um Gruppe B mit Dänemark, Deutschland, Finnland und Spanien.

Angelehnt an das hervorragende Tagebuch von Tobias Escher zur Europameisterschaft der Männer im letzten Jahr, werde ich versuchen, die EM der Frauen in England hier auf meiner Website in einer Art Tagebuch zu begleiten. Ich werde für verschiedene Medien rund um das Turnier und in anderweitigen sportalltäglichen Themen tätig sein, weshalb es von mir kein Versprechen gibt, wie regelmäßig und ausführlich ich zu Beiträgen komme. Den Anfang machen Analysen aller Gruppen vorab.

Aus der deutschen Perspektive gibt es für die Gruppe B eine recht klare Hierarchie: Die Spanierinnen sind favorisiert, Deutschland wird im Normalfall Platz zwei erreichen und Dänemark scheidet dahinter knapp aus. Ach ja, und Finnland ist auch dabei.

Spoiler: In diesem Longread werde ich Euch eine andere Perspektive aufzeigen. Denn selbst bei den hochgelobten Spanierinnen ist nicht alles so perfekt, wie man glauben mag.

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Dänemark: Aus dem Schatten ins Viertelfinale?

Dass Dänemark unter den medial genannten Mitfavoritinnen eher keine große Rolle spielt, hat diverse Gründe. Trotzdem sollte es Erwähnung finden, dass es hier um die Vize-Europameisterinnen von 2017 geht. In einem beeindruckenden Turnier zeigten sie vor allem defensiv eine herausragende Leistung, kassierten bis zum Finale nur ein Gegentor in der regulären Spielzeit.

Im Viertelfinale besiegten sie damals sogar das deutsche Nationalteam verdient mit 2:1. Seitdem hat sich aber einiges getan. In der WM-Qualifikation sorgte Dänemark Ende 2017 für Aufsehen: Das Duell mit Schweden, die sich anschließend mit fünf Punkten Vorsprung als Gruppenerste qualifizierten, wurde am grünen Tisch entschieden. Das dänische Team streikte wegen schlechter Bezahlung und Bedingungen. Die UEFA verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro und drohte bei einem weiteren Streik innerhalb von vier Jahren mit dem Ausschluss von allen UEFA-Turnieren.

Trainer Nils Nielsen kündigte seinen Vertrag nach der EM 2017, dem erfolgreichsten Abschneiden Dänemarks bei einer Europameisterschaft.

Trainer und Taktik: Lars Søndergaard

Anfang 2018 übernahm Lars Søndergaard das dänische Nationalteam. Auch aus dem damals so erfolgreichen Kader sind nur noch sieben Spielerinnen dabei. Dänemark verpasste seitdem die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2019. Auch die olympischen Spiele im letzten Jahr fanden ohne sie statt.

Dänemark zählt historisch nicht zu den stärksten und größten Teams des skandinavischen Fußballs. Trotzdem können sie auf die Erfahrung ihrer Spielerinnen bauen. Viele Spielerinnen von Top-Klubs sind Teil des EM-Kaders. Sofia Skava (Real Madrid), Signe Bruun (Olympique Lyon), Simone Boye Sørensen (FC Arsenal) und Pernille Harder (FC Chelsea) sind prominente Beispiele.

Harder ist der Superstar des Teams. Und dementsprechend ist das System unter Søndergaard auch auf die 29-Jährige ausgelegt. Zwar verpasste die Angreiferin in den letzten Monaten das eine oder andere Spiel, aber bei der EM wird auf sie wohl Verlass sein.

Dänemark: Kontrollierte Offensive

Dänemark spielt meist mit Dreierkette im Spielaufbau, also mit fünf Verteidigerinnen gegen den Ball. Bei der EM wird man sie vermutlich mit zwei, vielleicht sogar mit drei verschiedenen Gesichtern sehen. Søndergaard ist ein Trainer, der das Spiel aus dem Ballbesitz heraus denkt. Dänemark will den Ball haben und den Rhythmus bestimmen.

Im Testspiel gegen Österreich gab es viele Ballbesitzphasen zu beobachten, in denen das Team die Kugel über mehrere Sekunden ohne den ganz großen vertikalen Raumgewinn laufen ließ. Trotzdem ist gerade im Zentrum immer viel Bewegung auf dem Platz.

Die fünf Spielerinnen in der Mitte rochieren viel, versuchen aber vor allem, den rot markierten Zwischenraum dynamisch zu besetzen. Das führt dazu, dass die Abwehrspielerinnen ständig Gegenspielerinnen übergeben müssen und sich dabei womöglich Räume für Dänemark ergeben. Außerdem fokussiert sich die Verteidigungsarbeit dadurch stärker auf die Mitte.

Auf den Außenbahnen schieben die Flügelverteidigerinnen meist sehr hoch und probieren, die grün markierten Zonen nach Verlagerungen zu nutzen. Meist finden diese über eine Zwischenstation statt, was das Tempo etwas verzögert, die Ballsicherheit aber erhöht. Dänemark will lieber kontrolliert angreifen, als den Ball leichtfertig herzuschenken.

Dänemark spielt sehr geduldig

Es ist trotz der vielen dänischen Spielerinnen im Zentrum sehr schwer, die beiden Außenspielerinnen zu isolieren. Das Team verschiebt clever und überlädt die Halbräume konsequent durch eine zentrale Mittelfeldspielerin, mindestens eine der drei Angreiferin und die nachschiebende Halbverteidigerin.

Deshalb ist Dänemark mit kurzen Anlaufwegen auch gut in der Rückeroberung von Bällen. Sie nutzen die Zeit, die sie sich im Spielaufbau lassen, um sich zu positionieren. Vor allem Harder ist viel unterwegs, lässt sich ins Mittelfeld zurückfallen oder weicht auf die Flügel aus, um dann mit Tempo noch innen zu ziehen. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt der Offensive.

Das vergleichsweise niedrige Angriffstempo hat aber auch Nachteile. Gegen defensiv gut organisierte Teams tut Dänemark sich schwer, Räume und Lücken zu finden oder aufzureißen. Auch die beiden Treffer gegen Österreich fielen mehr oder weniger nach Standardsituationen und nicht nach längeren Kombinationen.

Spanien und Deutschland werden andere Qualitäten abverlangen

Warum nun aber zwei oder gar drei Gesichter? Die bisher beschriebene Ausrichtung bezieht sich eher auf Dänemarks Wunschvorstellung. Gegen Spanien wird man allerdings sehr wahrscheinlich eine andere taktische Einstellung sehen. Beide Teams trafen in einem Testspiel bereits vor einem Jahr aufeinander, die Spanierinnen gewannen mit 3:0.

Dänemark präsentierte sich damals sehr abwartend und defensiv, verteidigte im 5-4-1 meist in der eigenen Hälfte und verschob die Pressingauslöser weiter nach hinten. Erst nach der spanischen Eröffnung ins Mittelfeld liefen sie aggressiv an.

Gegen Finnland wird Dänemark sein gewohntes Spiel aufziehen können: Viel Ballbesitz, hohes Pressing, fünf Spielerinnen in letzter Linie. Spanien wird sie hingegen nach hinten drücken und dann wird es darauf ankommen, in offensiven Umschaltsituationen Entlastung zu schaffen.

Die Partie gegen Deutschland dürfte wiederum sehr spannend werden, weil dort beides passieren könnte. Auch die Deutschen haben gern den Ball, treten aber nicht so dominant und ballsicher auf wie Spanien. Insofern wird Dänemark wohl Ballbesitzphasen bekommen, gleichzeitig aber auch mal tief verteidigen müssen.

Die Form

In der WM-Qualifikation marschierte Dänemark bisher sehr souverän durch eine Gruppe, in der sie klar favorisiert sind. Mit 38:2 Toren in acht Spielen ist ihnen die Teilnahme an der WM 2023 nicht mehr zu nehmen. Auf der anderen Seite verloren sie beim Algarve Cup im Februar mit 0:1 gegen Italien und zeigten eine sehr uninspirierte Leistung.

Wobei erwähnt werden muss, dass das Team derart durch Corona gebeutelt wurde, dass sie das Turnier danach abgebrochen haben. Im Testspiel gegen Österreich gewannen sie zuletzt verdient mit 2:1, ohne aber wirklich zu glänzen. Wo Dänemark steht, lässt sich also kaum prognostizieren. Die Testspiele am Freitag gegen Brasilien (24.6.) und am Mittwoch gegen Norwegen (29.6.) werden da nochmal wichtige Erkenntnisse für das Trainerteam liefern.

Drei Spielerinnen im Fokus

  • Pernille Harder (29, FC Chelsea): Die Ex-Wolfsburgerin hatte in den letzten Jahren immer mal wieder mit ihrer Fitness zu kämpfen. In bester Verfassung zählt sie aber zu den besten Fußballerinnen dieses Planeten. Achtet vor allem mal darauf, wie sie beide Füße einsetzen kann. Mal taucht sie links auf, mal rechts, mal in der Mitte – und von überall kann sie mit beiden Füßen gleichermaßen Pässe spielen oder gefährlich abschließen. Sieht man nicht oft.
  • Sofie Svava (21, Real Madrid): Diese EM wird viele Talente ganz groß herausbringen, daran habe ich keine Zweifel. Vielleicht auch Svava. Die Linksverteidigerin war in acht WM-Qualifikationsspielen an elf Treffern direkt beteiligt (zehn Vorlagen, ein Tor). Real Madrid soll für die ehemalige Wolfsburgerin im Winter laut Sportbuzzer 150.000 Euro bezahlt haben – im Fußball der Frauen sehr viel Geld. Sie ist schnell, stark im Dribbling, kombinationsstark und wählt kluge Laufwege. Sie gewinnt laut Wyscout zudem fast 60 Prozent ihrer Defensivzweikämpfe.
  • Signe Bruun (24, Manchester United): Alle reden über Harder, aber eigentlich ist sie es, die für Dänemark in aller Regelmäßigkeit die Tore schießt. Auf Klubebene gelang ihr bei Olympique Lyon noch nicht der Durchbruch, aber in nur 404 Spielminuten erzielte sie für OL immerhin sechs Treffer und legte einen weiteren vor. Im Januar erfolgte eine recht glücklose Leihe zu Manchester United. In der WM-Quali traf sie in sechs Einsätzen zwölfmal.

EM-Prognose in einem Satz

In einer Gruppe mit Spanien, Deutschland und unangenehm zu bespielenden Finnländerinnen wird es für Dänemark knapp nicht für das Viertelfinale reichen.

Deutschland: Eine Turnierfrauschaft?

Achtmal hat Deutschland diesen Pokal bereits gewonnen. Damit sind sie Rekordeuropameisterinnen. Und wahrscheinlich werden sie das noch sehr, sehr lange bleiben – Norwegen steht mit zwei Titeln auf Platz zwei. Bedanken können die Deutschen sich bei den vorherigen Generationen. Zwischen 1995 und 2013 kannte Europa keinen anderen Champion als Deutschland. Sechsmal gewannen sie den Titel in Serie.

Dann aber holten andere Nationen auf. 2017 gewann die Niederlande erstmals die Trophäe, in diesem Jahr gibt es so viele Mitfavoritinnen wie niemals zuvor. Und Deutschland? Die befinden sich gerade in einer Übergangsphase. Der Kader ist gespickt mit erfahrenen Spielerinnen, aber auch mit hoffnungsvollen Talenten. Die Balance passt, könnte man meinen.

Allerdings hat Deutschland seit 2016 bei großen Turnieren keinen Erfolg mehr gehabt. Damals holte die DFB-Auswahl die Goldmedaille bei Olympia. Es folgten: Viertelfinal-Aus bei der EM 2017, Viertelfinal-Aus bei der WM 2019 gegen Schweden, die Nicht-Teilnahme bei Olympia im letzten Jahr. Wenig deutet darauf hin, dass es in diesem Jahr besser wird – und genau das will Deutschland nutzen.

Trainerin und Taktik: Martina Voss-Tecklenburg

Auf die erfolgreiche Ära von Silvia Neid (2005-2016) folgten zunächst Steffi Jones (2016-2018) und Horst Hrubesch als Übergangslösung. Dann übernahm Martina Voss-Tecklenburg, die zuvor die Schweiz trainiert hatte und dort 2015 für die erste WM-Teilnahme überhaupt sorgte.

Das enttäuschende Abschneiden bei der WM im Folgejahr ließ sich noch dadurch begründen, dass die Bundestrainerin damals erst wenige Monate im Amt war. Doch auch danach verlief es unter ihr holprig. Zwar kommt sie mit einem Punkteschnitt von 2,18 beinahe an die legendäre Neid (2,37) heran, doch vor allem fußballerisch war das oftmals nicht überzeugend.

Ein Grundproblem der deutschen Auswahl ist, dass sie fortwährend auf der Suche nach sich selbst ist. Unter Voss-Tecklenburg ist Deutschland einen langen Weg angetreten, aber ein konkretes Ziel war bis heute nicht in Sicht.

DFB: Viel Rotation, wenig Rhythmus

In den etwas mehr als drei Jahren setzte die Bundestrainerin unzählige Spielerinnen ein (kurzer Einwurf zum Status-quo des Fußballs der Frauen: Findet mal die genaue Zahl. Ich habe nach gut 20 Minuten Recherche aufgegeben, weil das den Aufwand nicht rechtfertigt. Bei Jogi Löw hat es keine Minute gedauert: 271). Doch zurück zum Thema: Eine echte Startelf oder auch nur eine stabile Achse gab es nie.

Das lag zum Teil an Verletzungen, aber auch daran, dass die Bundestrainerin stark rotierte. “Wir haben in den letzten Jahren viel rotiert, der erweiterte Kader ist sehr groß”, sagte mir Lina Magull im März in einem Gespräch für Spox und Goal: “Mit Blick auf die EM muss der bald eingeschränkt werden, sodass wir uns einspielen können. Viel Zeit haben wir dafür nicht.”

Auch Marina Hegering konnte mir zu Beginn der Vorbereitung im Interview für 1&1 nicht genau beantworten, wo das Team steht. “Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer zu sagen, weil alle aus einer Urlaubsphase kommen und sich erstmal wieder an die Kugel gewöhnen müssen”, sagte die Innenverteidigerin: “Die ersten Trainingseinheiten braucht es erstmal, um wieder reinzukommen in die Abläufe und den Spielrhythmus.”

DFB: Bisher keine klar erkennbare Handschrift

Welche Art von Fußball Deutschland anbieten wird, ist unklar. In den überwiegenden Partien war zu erkennen, dass die DFB-Auswahl gern selbst das Spiel kontrollieren möchte. Das üppig besetzte Mittelfeld rund um Sara Däbritz und Lina Magull gibt das auch her. Selbst der Ausfall von Dzsenifer Marozsan (Kreuzbandriss) ist trotz ihrer Qualität und Erfahrung auffangbar.

“Wir wollen vor allem mit dem Ball sehr dynamisch agieren”, sagte die Bundestrainerin auf einer Pressekonferenz in der EM-Vorbereitung: “Wir wollen schnelles Kombinationsspiel haben, wir wollen die Tiefe bedrohen und wir wollen defensiv sehr aktiv sein, in unterschiedlichen Pressingzonen unterschiedlich agieren.” Sie erwarte aber auch “ganz viel Kreativität. Es gibt im Fußball kein Schema F.”

Die Bandbreite an Qualität ist von der Sechserposition bis in die Offensive enorm. Im Teilnehmerinnenfeld gibt es keinen Kader, vor dem sich Deutschland in dieser Hinsicht verstecken müsste. Nur ist es dem Trainerteam bisher nicht gelungen, die Einzelteile so zusammenzufügen, dass eine erkennbare Handschrift entsteht. Auch unter dem Deckmantel der Kreativität ließ sich bis zur Europameisterschaft noch zu wenig Struktur erkennen.

DFB: Defensiv mehr Probleme als Lösungen

Beim Arnold Clark Cup im Februar musste die DFB-Auswahl mit vielen Coronafällen umgehen. Dass es da etwas schwieriger verlaufen würde, war absehbar. Doch auch da gab es ganz unterschiedliche Richtungen. Gegen Spanien verteidigte Deutschland zaghaft und tief, gegen Kanada und England fehlte die Kreativität aus dem Ballbesitz heraus.

Und auch defensiv gibt es mehr Probleme als Lösungen. Sechs Abwehrspielerinnen sind nominiert, darunter Giulia Gwinn, die jahrelang offensiv eingesetzt wurde. Mit Oberdorf gibt es zudem eine Mittelfeldspielerin, die hinten aushelfen kann.

Die einzige Weltklassespielerin in der Innenverteidigung ist Marina Hegering – und die war aufgrund von Verletzungen über ein Jahr lang nicht mehr Weltklasse.

Deutschland vor mehr Fragen als Antworten

Und so steht Deutschland vor mehr Fragen als Antworten. Trotzdem macht es Hoffnung, dass die Erwartungshaltung an das Team einerseits so gering wie selten zuvor ist und andererseits der Kader viele Optionen auf sehr hohem Niveau bietet. Individuell zählt die DFB-Auswahl nach wie vor zur Weltklasse. Die Stimmung im Team scheint gut zu sein und Turniere werden nicht immer von dem Team gewonnen, das die besten taktischen Abläufe hat.

Insofern könnte der hierzulande beliebte Spruch gelten: Deutschland ist eben eine Turnierfrauschaft. Trotzdem ist es schwer, dieses Team einzuordnen. Statt mit der enormen Qualität im Offensivbereich die Flucht nach vorn zu suchen und auf die Stärken zu setzen, entschied sich Voss-Tecklenburg oftmals für eine (zu) vorsichtige Herangehensweise.

Bei der WM 2019 stand die Bundestrainerin als Neuzugang noch nicht so sehr im Fokus. Sollte es bei diesem Turnier aber nicht für das Halbfinale reichen, dürften die Diskussionen um ihre Person und Rolle intensiver werden. Denn nach fast vier Jahren hätte man sich auch beim DFB gewünscht, dass man mit der gerade heranwachsenden Generation an Top-Talenten schon etwas weiter ist.

Die Form

Wer weiß das schon? In der WM-Qualifikation setzte man sich in den ersten sieben Partien mehr oder weniger souverän gegen Nationen durch, die vom Niveau her weit hinter Deutschland stehen. Ein knapper 1:0-Erfolg in Israel sowie die 2:3-Niederlage gegen Serbien im achten Spiel trüben das Bild etwas.

Auf gute Phasen folgen häufig und unvorhergesehen unkonzentrierte und schwächere Phasen, in denen der Ball leichtfertig hergeschenkt wird. Vor der EM, das sagte mir auch Hegering, ist es wichtig, die Abstimmungsprobleme in den Griff zu bekommen und Abläufe zu automatisieren. Gelingt das, kann Deutschland weit kommen. Skepsis ist aber berechtigt.

Immerhin aber machte das Team gegen die Schweiz einen gefestigteren Eindruck, als zu erwarten war. Das lag zu großen Teilen auch an formschwachen Schweizerinnen, aber nicht nur. Marina Hegering beispielsweise absolvierte in der Innenverteidigung eine starke Partie und auch Lena Oberdorf zeigte im Mittelfeldzentrum, warum sie dort womöglich besser aufgehoben ist als in der Innenverteidigung. Meine Erkenntnisse zum Spiel gegen die Schweiz könnt Ihr hier nachlesen.

Drei Spielerinnen im Fokus

  • Lea Schüller (24, FC Bayern München): Sie zählt in Bestform zu den besten Stürmerinnen der Welt. Nur war sie zuletzt nicht in ihrer besten Verfassung. In 41 Pflichtspielen war sie zwar an 40 Treffern direkt beteiligt (33 Tore), aber vor allem in der Rückrunde agierte sie sehr sprunghaft, traf mehrere Spiele gar nicht. Gerade für die DFB-Auswahl wird es wichtig sein, eine verlässliche Torschützin zu haben. Sie kann das mit ihrer Kopfballstärke (fast 0,4 Tore per Kopf pro 90 Minuten) und ihrer Spielstärke sein. Tabea Waßmuth vom VfL Wolfsburg steht aber als Ersatz bereit. Eine ausführliche Schüller-Analyse von mir gibt es hier.
  • Lena Oberdorf (20, VfL Wolfsburg): Es ist derzeit noch unklar, wo sie zum Einsatz kommt. Mit ihren Qualitäten im Spielaufbau und ihrer Gelassenheit unter Druck kann sie in einer pressingintensiven Gruppe ein wichtiger Faktor werden. Defensiv ist sie auf dieser Position nicht immer stabil, aber das sind andere Konkurrentinnen auch nicht. Eines der größten Talente im deutschen Fußball.
  • Sydney Lohmann (22, FC Bayern München): Auch bei ihr ist vollkommen offen, ob sie viel Spielzeit bekommt. Ist sie fit und in Form, muss sie das aber eigentlich. Lohmann ist eine einzigartige Fußballerin, weil sie die Physis einer Defensivspielerin mit der Eleganz einer Zehnerin vereint. Sie zählt nicht zu den schnellsten Spielerinnen des Kaders, aber sie kombiniert Raumgefühl, technische Finesse und enorme Durchschlagskraft. Deutschland hat viele Optionen in der Offensive, aber Lohmann nicht mindestens als Option von der Bank zu bringen, wäre eine Beleidigung von allem, was ich am Fußball liebe.

EM-Prognose in einem Satz

Lasst uns trotz allem etwas Optimismus verbreiten: Deutschland überrascht alle, vermeidet irgendwie England im Viertelfinale und hat im Halbfinale dann zumindest gute Karten gegen ein Team aus Gruppe C oder D.

Finnland: Zünglein an der Waage

In der WM-Qualifikation ist Finnland derzeit gut unterwegs, steht nach sechs Partien mit zehn Punkten auf dem zweiten Platz – allerdings kann Irland am 27.6. gegen die punktlosen Georgierinnen vorbeiziehen. Bisher hat Finnland noch nie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen.

Gut, dass es hier um eine Europameisterschaft geht. Im skandinavischen Raum, der im Fußball der Frauen eine besondere Rolle einnimmt, spielt die Nationalelf von Finnland sportlich keine überragende Rolle. Der größte Erfolg bei einer Europameisterschaft ist eine Halbfinal-Teilnahme im Jahr 2005 – damals nahmen nur acht Teams teil. Der Finaleinzug wurde von den späteren Europameisterinnen aus Deutschland verhindert (1:4).

Vier Jahre später erreichte Finnland im eigenen Land als Gruppenerste das Viertelfinale, 2013 war in der Vorrunde Schluss. Es ist unwahrscheinlich, dass Finnland in einer Gruppe mit drei derart starken Teams die Überraschung gelingt. Aber in den drei Duellen können sie für die Entscheidung das Zünglein an der Waage sein – zumal sie nicht komplett chancenlos sind.

Trainerin und Taktik: Anna Signeul

Anna Signeul ist eine sehr spannende Persönlichkeit. Noch während ihrer Karriere als Spielerin arbeitete sie als Trainerin. Beim IK Brage arbeitete sie zwischen 1981 und 1983 als Spielerinnentrainerin und anschließend zwei Jahre bei Strömsbro IF. Es folgten einige weitere Stationen. Zwischen 1996 und 1998 arbeitete sie als Trainerin bei Tyresö FF und war gleichzeitig verantwortlich für die U-16- und U-18-Teams der schwedischen Nationalelf der Frauen.

Diesen Job übte sie bis 2004 aus, um dann von 2005 bis 2017 als schottische Nationaltrainerin zu arbeiten. Dort wird ihr bis heute ein riesiger Einfluss auf die Entwicklung des Fußballs der Frauen nachgesagt. Unter ihr habe die Arbeitsweise innerhalb des Verbands ein neues Niveau erreicht, heißt es in ihrem ehemaligen Arbeitsumfeld.

Alles sei in Schottland professioneller, ambitionierter, strukturierter und besser geworden – fast alles. Denn so groß ihr Einfluss sportlich auch war, so sehr wurde dieser durch finanzielle Aspekte begrenzt. Signeul ist bekannt als Trainerin, die sich vor allem im zwischenmenschlichen Bereich sehr um ihre Spielerinnen kümmert. Sie hat große Aktien daran, dass viele ihrer (Ex-)Spielerinnen im Ausland Profiverträge unterschreiben konnten.

Finnland macht unter Signeul große Fortschritte

Schottland für Finnland zu verlassen, fiel ihr 2017 nicht leicht. “Ich hatte über die Jahre viele Angebote, aber ich habe mich nie bereit dazu gefühlt, die Klubs und die Spielerinnen zu verlassen”, wurde sie damals von The Scotsman zitiert. Dann entschied sie sich aber doch für eine neue Herausforderung.

Auch mit Finnland hat sie seitdem viel erreicht. Das Team spielt deutlich strukturierteren Fußball als vor ihrer Übernahme, hat vor allem im Defensivbereich viel dazugelernt. Signeul steht nicht für einen sehr komplexen und bis in jedes Detail durchdachten Fußball, versteht es aber gut, ihre Spielerinnen in den gern als Grundtugenden bezeichneten Aspekten des Spiels weiterzuentwickeln.

Da geht es um Laufbereitschaft, Zweikampfführung, gruppentaktisches Verschieben und das Passspiel. Signeul legt aber auch Wert darauf, dass ihre Spielerinnen mutig spielen und nicht jede Chance für einen langen Ball nutzen. Die fußballerische Qualität des Teams hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert.

In den überwiegenden Fällen passiert alles, was Finnland auf dem Platz macht, aus einem 4-4-2 heraus – der Mutter aller modernen Fußballformationen. Das 4-4-2-Pressing war vor allem in der vergangenen Dekade sehr beliebt im Fußball, weil es die wichtigsten Räume ganz natürlich abdeckt.

Finnland setzt auf Basics

In der Theorie hat die Formation keine besonderen Stärken, aber auch keine besonderen Schwächen. Gäbe es ein Abonnement für Fußballformationen, wäre das 4-4-2 wohl die “Basic”-Version – man bekommt das Wichtigste, muss aber auf einige Features verzichten.

Finnland beherrscht das Verschieben innerhalb dieser Formation mittlerweile gut. Auch weil sie gelernt haben, nicht nur tief und abwartend zu verteidigen, sondern auch mal mutiger nach vorn zu schieben. Trotzdem sind sie auf den Flügelpositionen und insbesondere über die eigene linke Seite anfällig für gegnerische Durchbrüche.

In den meisten Fällen werden wir das Team so verteidigen sehen:

Aber selbst gegen starke Teams wie Frankreich gab es auch Momente wie diesen hier:
In allen drei Gruppenspielen wird es für Finnland darauf ankommen, möglichst lange ohne Gegentor zu bleiben. Beim Tournoi de France kassierte das Team beispielsweise sowohl gegen Frankreich (0:5) als auch gegen die Niederlande (0:3) relativ frühe Gegentore – 12. und 24. Minute. Gegen Brasilien gelang ihnen ein 0:0 – wenn auch sehr glücklich.

Dass Finnland in allen Belangen unterlegen ist, ist offensichtlich. Aber das Tournoi de France hat eben auch gezeigt, dass nur ein schwächerer oder glückloser Tag eines Top-Teams dazu führen kann, dass sie zum Stolperstein werden. Insofern sollte das Team von Signeul keinesfalls unterschätzt werden. Sie könnten im Dreikampf zwischen Dänemark, Deutschland und Spanien eine große Rolle spielen.

Die Form

In der WM-Qualifikation lief es wie beschrieben gut. In den letzten beiden Spielen bietet sich Finnland die Chance, sich erstmals für eine WM zu qualifizieren – beziehungsweise im ersten Schritt die Playoffs zu erreichen. Allerdings werden das zwei sehr schwere Spiele in Irland und gegen die schon qualifizierten Schwedinnen.

Am Montag testet Finnland gegen Japan (27.6.), was vor allem für die Defensive ein wichtiges Warmlaufen wird. Viele siegreiche Spiele haben sie in diesem Jahr noch nicht bestritten, was aber auch mit starken Gegnerinnen zusammenhing. Diese wird es allerdings auch bei der Euro geben.

Drei Spielerinnen im Fokus

  • Tinja-Rikka Korpela (36, Tottenham Hotspur): Die ehemalige Bayern-Torhüterin wird eine Schlüsselrolle für Finnland einnehmen. Es wäre eine Überraschung, wenn sie nicht mindestens 15 Abschlüsse pro Spiel auf ihr Tor zukommen sehen würde. Sowohl bei Tottenham als auch bei der finnischen Nationalauswahl zeigte sie aber mehrfach, dass sie auf der Linie sehr stark ist. Vielleicht erleben wir von ihr die eine oder andere Parade, die es anschließend in den Turnierrückblick schafft.
  • Tuija Hyyrynen (34, Juventus Turin): Bei Juve zwar nicht unumstritten, aber mit einer ordentlichen Portion Erfahrung unterwegs, die Finnland gut gebrauchen kann. Bringt als Rechtsverteidigerin eine sehr starke Zweikampfquote von rund 66 % mit. Auch ihre Flanken im Spiel nach vorn sind nicht zu unterschätzen.
  • Sanni Franssi (27, Real Sociedad): Die Angreiferin hat eine sehr starke Saison hinter sich. In 30 Ligapartien gelangen ihr für San Sebastian zehn Tore und sieben Vorlagen. Auch wenn sie in der WM-Quali nur ein Treffer aus sechs Einsätzen erzielte, so könnte sie bei diesem Turnier eine wichtige Rolle spielen. Offensive Umschaltsituationen liegen ihr. Die Frage ist, ob Finnland davon genug bekommt. Elf Pflichtspieltreffer bei 6,91 Expected Goals deuten jeweils darauf hin, dass sie nicht viele Chancen brauchen wird.

EM-Prognose in einem Satz

Finnland wird erwartungsgemäß in der Gruppenphase ausscheiden – aber nicht mit 0 Punkten.

Spanien: Top-Favoritinnen ohne K.-o.-Spiel-Sieg

Wer gewinnt denn jetzt eigentlich die Europameisterschaft? Diese Frage wird verdächtig oft mit Spanien beantwortet. Und gleichzeitig fällt im selben, spätestens aber im nächsten Satz der Vergleich mit dem FC Barcelona.

Es ist absolut richtig, dass Spanien zu den Top-Favoritinnen zählt. Eine spielerische Dominanz wie jene des FC Barcelona, die nur an Ausnahmetagen zu brechen ist, ist aber nicht zu erwarten. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Trainer und Taktik: Jorge Vilda Rodriguez

Jorge Vilda Rodriguez ist bereits seit 2015 Trainer der spanischen Nationalauswahl der Frauen. Als der heute 40-Jährige damals sein Amt aufnahm, hatte der FC Barcelona noch nie zuvor das Champions-League-Halbfinale erreicht.

Es versteht sich von selbst, dass Vilda in den vergangenen Jahren dennoch von der Barca-Entwicklung profitierte und er die Spielweise des Nationalteams darauf angepasst hat. Trotzdem ist es nicht einfach, ein auf Klubebene erfolgreiches Konzept einfach zu übernehmen.

Als Trainer:in eines Nationalteams müssen zwangsweise Kompromisse eingegangen werden. Spielerinnen wie Caroline Graham Hansen, Lieke Martens, Fridolina Rolfö oder Ingrid Engen spielen für andere Länder. Für Vilda ist es dennoch ein Segen, dass ein Großteil des Barca-Kaders aus Spanierinnen besteht.

Spanien: Ebenfalls dominant, aber …

Dementsprechend ist von Spanien ein dominanter, auf Kurzpässe ausgelegter Spielstil zu erwarten. Auch das aggressive Pressing ist eine Gemeinsamkeit zwischen Barca und den Spanierinnen. Gerade der Arnold Clark Cup im Februar hat aber viele daran erinnert, dass es Unterschiede gibt.

Läuft der Ball von Minute eins an geschmeidig durch die eigenen Reihen, kann man das gern mal vergessen. Aber als sie dann auf Teams wie England, Kanada und Deutschland trafen, wurde das eine oder andere Problem wieder deutlicher.

Den Spanierinnen unterlaufen leichte Fehler, die Barca nie passieren würden. Abstimmungsprobleme zwischen zwei Spielerinnen oder gar ganzen Teamteilen sind regelmäßiger zu beobachten. Spanien ist vor allem defensiv verwundbarer als der Champions-League-Sieger von 2021, weil sie den Ball häufiger in ungünstigen Situationen verlieren.

Wobei klar einzuschränken ist, dass “häufiger” hier den Unterschied von “nahe an der Perfektion” zu “sehr gut” meint. Auch offensiv fällt es ihnen nicht ganz so leicht, Chancen zu kreieren, weil es immer wieder Phasen gibt, in denen die Abstimmungsprobleme zur Tempoverschleppung führen.

Spanien kann nicht auf dem Niveau von Barca sein

Und das alles ist vollkommen normal. Während Barca seit gut einem Jahrzehnt hart daran arbeitet, da zu sein, wo sie jetzt sind, hat das Nationalteam nur begrenzte Möglichkeiten für Training und Spielrhythmus. Die Spielerinnen müssen sich trotz großem Barca-Kern finden und aneinander anpassen.

Der Erwartungsdruck kommt erschwerend hinzu. Spanien hat noch nie ein K.-o.-Duell bei einem großen Turnier gewonnen und sich 2015 erstmals überhaupt für eine Weltmeisterschaft qualifiziert, soll jetzt aber sofort abliefern. Erst 2015 wurde mit Ignacio Quereda der Trainer entlassen, der zuvor angeblich 27 Jahre lang für eine toxische Kultur innerhalb des Nationalteams der Frauen gesorgt haben soll. Die Spielerinnen unterzeichneten damals einen Brief, der seine Entlassung forderte. Es ging unter anderem um Beleidigungen und Kontrollzwang.

Dominanz entsteht nicht einfach. Sie muss über mehrere Jahre wachsen. Und so muss auch dieses Team wachsen. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass Spanien nicht zu den Favoritinnen zählt. Die Qualität des Kaders, die Art und Weise, wie sie Deutschland beim Arnold Clark Cup trotz eines Remis hergespielt haben – das ist schön anzusehen.

Spanien: Wohin geht die Reise?

“Ich denke, sie sind ein Team das überragend am Ball ist und das dich vor viele Probleme im Defensivbereich stellt”, sagte Kanadas Cheftrainerin Bev Priestman vor dem Duell mit Spanien im Februar: “Du musst defensiv sehr diszipliniert sein, um mit ihnen und damit umgehen zu können, wie oft sie den Ball bewegen.”

In den Duellen mit Brasilien (April), Kanada, England und Deutschland (Februar) gelangen den Spanierinnen nur drei Treffer. Sie kassierten immerhin nur zwei, holten letztendlich aber nur einen Sieg. Das allein deutet darauf hin, dass es keinen Durchmarsch bei der EM geben wird.

Spanien wird dennoch dazu beitragen, dass dieses Turnier eines der besten der Geschichte wird. Aber sie sind eben nur eine unter vielen Favoritinnen. Und bekommen sie ihre Ballverluste nicht in den Griff, könnte es bereits in der Gruppenphase das eine oder andere Problem geben.

Die Form

In der WM-Qualifikation hat Spanien so gar keine Probleme und die deutlichen Siege gegen individuell klar unterlegene Teams unterstreichen einen Vorteil, den La Roja gegenüber Deutschland und Dänemark hat: Sie schwanken nicht so sehr in ihren Leistungen und sind auch gegen tiefstehende Gegnerinnen durchschlagskräftig.

Lediglich die Unentschieden gegen Deutschland (1:1), England (0:0) und Brasilien (1:1) machen den Spanierinnen in diesem Jahr etwas Sorgen. Am Samstag erfolgt ein letzter Test gegen Australien (25.6.). Vielleicht gibt es hierzu dann auch noch ein Update.

Drei Spielerinnen im Fokus

Bisher habe ich es geschafft, um Alexia Putellas herum zu kommen und nicht einmal den Begriff “Weltfußballerin” zu verwenden. Das war eine bewusste Entscheidung, weil ich Spanien (übrigens auch Barcelona) nicht als Jutebeutel sehe, der von Putellas durch die Gegend getragen wird. Dieses Team hat auch unabhängig von ihr große Qualität.

  • Alexia Putellas (28, FC Barcelona): Geht es aber um individuelle Qualität, steht sie selbstredend trotzdem ganz vorn. In 53 Pflichtspielen war sie in dieser Saison an unfassbaren 63 Treffern direkt beteiligt. Und das sind nur die Zahlen. Sie ist zu jedem Zeitpunkt des Spiels in der Lage, etwas Besonderes zu machen. Spaniens Spiele solltet ihr allein wegen ihr schon nicht verpassen.
  • María Leon (27, FC Barcelona): Der Inbegriff einer modernen Innenverteidigerin. Gewinnt über 73 % ihrer Defensivzweikämpfe, spielt rund 84 Pässe pro 90 Minuten mit einer Erfolgsquote von 91,6 % – spielt davon fast die Hälfte nach vorn und nicht quer oder zurück. Ich bin ja sowieso dafür, dass Defensivspieler:innen mehr Anerkennung bekommen sollten. Also fangt vielleicht bei ihr an.
  • Ona Batlle (23, Manchester United): Oder bei ihr. In all dem Hype rund um Putellas und Barca geht unter, dass Spanien auch woanders tolle Fußballerinnen hat – okay, sie wurde bei Barca ausgebildet. Seit 2020 kickt sie aber auf der Insel und kommt dort meist als Außenverteidigerin zum Einsatz. Sie kann auf beiden Seiten spielen, ist schnell und bereitete in der WM-Qualifikation in sechs Einsätzen fünf Tore vor. Ihre defensive Zweikampfquote von 70,46 % ragt heraus.

EM-Prognose in einem Satz

Spanien wird mindestens bis ins Halbfinale kommen.

Leseempfehlungen gibt es in der Vorschau auf Gruppe C wieder.

EM: Das sind die anderen Gruppen

Bild: © Valerio Rosati | Dreamstime.com / bearbeitet mit Canva




Justin Kraft

Quereinsteiger im Bereich Sportjournalismus. Blogger, Podcaster, Autor. Taktik-, Team- und Spieler:innenanalysen sowie Spielberichte zählen zu meinen Kernkompetenzen. Mein Antrieb ist es, die komplexe Dimension des Spiels zu verstehen und meine Erkenntnisse möglichst verständlich weiterzugeben. Journalistisch. Analytisch. Fundiert.

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